Die Höchste Eisenbahn „Aliens“

Im Fall des Musikerkollektivs „Die Höchste Eisenbahn“ müssen einfach die Referenzen auf den Tisch, denn mit Francesco Wilking (Tele), Moritz Krämer sowie Felix Weigt (Kid Kopphausen) und Max Schröder (Der Hund Marie, Tomte) hat sich da tatsächlich so etwas wie eine Songwriter-Supergroup zusammen gefunden. Ihr neues Album „Schau in den Lauf Hase“ ist im November 2013 erschienen, wird allenthalben als ein ganz besonderes in der deutschen Poplandschaft gelobt und wenn das Label mit dem „La Boum“- Vergleich lockt, erscheint dieser doch ganz passend. Die Berliner können es heuer nämlich auch erstaunlich beschwingt und poppig. Ihr Hang zum Kitsch ist dabei äußerst charmant. Und tolle Geschichten haben sie auf Lager, was für wunderbare Geschichten… Songs für Kopf, Herz und Hüften. Die Höchste Eisenbahn macht Mut und warm ums Herz. Zwei dafür jeweils sehr exemplarische Songs haben die Herren für uns an der Alten Elbe unter der alten Eisenbahnbrücke im Field Recording Stil mit Hippie-Charme dargeboten. Typisch für das gesamte Album, das sowohl Jammertäler durchschreitet, Sehnsucht, Verlust und Weltschmerz frönt, aber auch die Höhen erklimmt, gebrochene Herzen genauso kennt wie dieses warme Gefühl im Bauch. Irgendwie das Missing Link zwischen Erfahrung und Leidenschaft.

Isi“ verpasst einen gehörigen Zuckerschock. Es treibt einem schier die Tränen in die Augen, nicht ob der zu befürchtenden Zahnschmerzen, sondern schlichtweg aufgrund der wunderbaren und hemmungslosen Maßlosigkeit der dargebotenen Romanze. Fernab von jedweder Beliebigkeit oder Belanglosigkeit. „Aliens“ dagegen kommt regelrecht beschwingt daher wenn es versucht, selbigen mittels Handyvideos die Welt vorzustellen und zu beweisen, was dort mal so ging.