Perry O’Parson „Reign Over Me“

Es wird langsam Herbst, die Jahreszeit von der herzlose Menschen mit üblem Leumund behaupten, sie wäre erfunden worden, um traurigen Musikern eine Projektionsfläche für ihr schattiges Gefühlsleben zu bieten. Purer Unsinn! Marcel Gein aka Perry O’Parson reicht dafür auch völlig der Sommer, wie hier an der Brücke. Mit tollem introspektivem, liedorientiertem Sound. Immer mehr Americana als Folk und mehr Wüste und Highway als skandinavische Nadelwälder. Reduktion wird hier groß geschrieben. Kein Gramm zuviel, reduziert auf das Notwendigste und entbehrend puristisch. Melancholie zwar, verpackt in Tönen, aber keine pure Nabelschau. Und erfreulicherweise fehlen Larmoyanz und süße Triefigkeit. Perry O’Parson traut man zu auch die Herzen zu öffnen, deren Schloss klemmt. Diese beiden Songs liefern das gut gefüllte Ölkännchen dazu.